Geduld – Vertrauen in das Leben

Eine Liebeserklärung an die große Herzensqualität der GEDULD. Mit ihr ist alles möglich. Und ohne sie – gar nichts. Oder in anderen Worten:

Geduld ist das Schwerste, und das Einzige, was zu lernen sich lohnt. Alle Natur, alles Wachstum, aller Friede, alles Gedeihen, und Schöne in der Welt, beruht auf Geduld, braucht Stille, braucht Vertrauen.

Hermann Hesse

Und die Geduld in der spirituellen Praxis?

Geduld zählt im Buddhismus zu den so genannten Paramitas, den sechs Vollkommenheiten.

Kshanti Paramita: Geduld, also die Fähigkeit anzunehmen und zu erdulden

Einen tiefgründigen Satz finden wir im Dhammapadavers 184:

Khantī paramaṃ tapo titikkhā

Geduldiges Ertragen (dessen, was unseren Wünschen zuwiderläuft) verbrennt die Herzenstrübungen am besten.
Wörtlich übersetzt: Geduldiges Ertragen ist die höchste Askese.

Geduld bedeutet im psychologischen Sinn, eine schwierige oder langwierige Situation mit Gelassenheit, Ruhe, Vertrauen und Ausdauer (Standhaftigkeit) zu ertragen. Sie beinhaltet aber auch eine aktive Haltung und Anpassungsfähigkeit (Resilienz) – man wartet nicht nur,
sondern bleibt offen für Möglichkeiten und handelt, wenn es nötig ist.
Nach dem bekannten Spruch:

„Möge ich die Kraft haben, das zu ändern, was der Veränderung bedarf. Möge ich die Geduld haben, das zu ertragen, was nicht zu ändern ist. Und möge ich die Weisheit besitzen, dies auch unterscheiden zu können.“

Der Geduldige lässt sich nicht von Ärger, Frustration oder Ungeduld leiten und behält die Kontrolle über die eigenen Gedanken und Reaktionen. Das ist relativ leicht, wenn alles glatt läuft, wird man aber herausgefordert, dann erst zeigt sich das wahre Ausmaß der Selbstkontrolle.

(Khantī ist mehr als Geduld)

Und zum Abschluss: mein Liebesgedicht an die Geduld:

Wer bist Du?

Du bist für mich wie die Luft zum Atmen
So essentiell, nicht wegzudenken
Du machst den Unterschied, ob ich überhaupt da bin
Dich allein will ich allzeit verschenken

Du bist für mich wie das Wasser, das fließt
Und alles Leben erst möglich macht
Wie Du strahlende Schönheit über alles gießt:
Ich stehe und staune, ein Lächeln, ganz sacht

Du bist für mich wie die Sonne am Morgen
Die mein Herz mit Hoffnung füllt
Ohne Dich bleibt aller Zauber mir verborgen
Kein Wunder das sich immer neu enthüllt

Mit Dir kann ich alles wagen
Weil im Rytmus des Lebens alles schwingt
Ohne Dich ist selbst das größte Glück nicht zu ertragen
Weil jede Regung nur Erschöpfung bringt

Ich will mich mit Dir vertraut machen
Mich Dir nähern, Tag für Tag
Mit Dir singen, tanzen, lachen
Auf dass ich einst mit Dir Eins werden mag

Wer Du bist?
Wo ich Dich fand?
Du bist das was ist
Gehst mit Vertrauen und Hingabe Hand in Hand
Du lebst dort wo Frieden ist
Wirst auch Geduld genannt

In Freude und von Herzen,
Eure Tina

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